Gegründet · Berlin Ausgabe 11 — Dezember 2020 ISSN · Vierteljährlich

Die Wiederholung

Zeitschrift für Literaturkritik
Heft Elf
Die Wiederholung Dezember 2020
108 Seiten · ISBN 978-3-947327-08-9
In dieser Ausgabe

Vier Stimmen über das, was bleibt, wenn die großen Erzählungen verstummt sind

Vier Essays widmen sich in diesem Heft Werken, die das Schreiben selbst zur Probe stellen: Péter Nádas’ jahrtausendalte Parallelen, der getragene Klang eines Maeß, Frank Witzels apokalyptisches Hörspiel und ein dritter Anlauf, David Foster Wallace zu lesen, ohne ihn zu schließen.

Die Wiederholung versteht sich als Werkstatt der literarischen Aufmerksamkeit — keine Rezension, sondern ein langsames Hinhören, ein Wiederlesen, ein Bestehen darauf, dass Bücher Zeit verdienen.

108 Seiten 13,00 € Lieferbar
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Die Essays dieser Ausgabe

vier Lesarten, vier Tonlagen, ein gemeinsamer Atem
Essay I

Parallelen, kreuz und quer: Parallelgeschichten von Péter Nádas

von Lilla Balint

Über tausendsiebenhundert Seiten, drei Generationen, zwei Städte: Lilla Balint folgt den geheimen Linien, die Nádas zwischen Körpern, Diktaturen und unausgesprochenen Loyalitäten zieht — und fragt, was Parallelität in einem Roman überhaupt bedeuten kann.

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Essay II

Vom Ton des Textes: Zu Emanuel Maeß’ Gelenke des Lichts

von Jakob Brüssermann

Was hört man, wenn man einen Roman liest? Jakob Brüssermann lauscht dem hochgestimmten, manchmal beinahe pathetischen Klang in Maeß’ Debüt und prüft, ob aus der Beschwörung Hölderlinscher Register eine eigene Sprache wird.

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Essay III

Trauma, Todestrieb und Transzendierung von Schuld und Geschichte

von Bärbel Lücke — zu Frank Witzels Die apokalyptische Glühbirne

Bärbel Lücke liest Frank Witzels Hörspiel und Film mit psychoanalytischem Gehör — als Versuch, dem deutschen Nachkriegsschweigen seine eigene Lautspur abzulauschen, und dabei jene Schuld zu transzendieren, die in der Stille weitertickt.

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Essay IV

Irgendwie am Ende. Dritter Teil zu David Foster Wallace

von Nataniel Christgau

Was bleibt, wenn alles Ironie war und die Ironie selbst ermüdet ist? Nataniel Christgau setzt seine Auseinandersetzung mit Wallace fort und sucht nach dem, was hinter dem Schluss noch kommt — einer leisen, ratlosen Aufrichtigkeit.

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Über die Zeitschrift

Die Wiederholung ist keine Eile. Sie kehrt zurück zu Büchern, die ein zweites, ein drittes Lesen aushalten, und sie tut das ohne den Lärm des Tagesfeuilletons. Was hier erscheint, ist Essayistik im engen Sinn: ein Versuch.

Wir glauben, dass Literaturkritik weder Verriss noch Werbung sein muss, sondern eine Form des Mitdenkens. Jedes Heft sammelt vier bis sechs längere Texte, die einem einzelnen Werk oder einer einzelnen Stimme gewidmet sind — sorgfältig, langsam, geduldig.

— Die Herausgeberinnen und Herausgeber
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